Sonntag, 21. August 2016

Laufen ist eine Lebenseinstellung,...

die man nicht verschwenden darf...


... Irgendwann wird die Zeit für einen Marathon wieder da sein!

Das war er, mein Motivationsspruch im Jahr 2014 nach meiner Sehnenverletzung und meinem ersten Marathon in Wien, bei dem ich mir meinen Traum von einer Zielzeit unter 4 Stunden erfüllen konnte. Und jetzt ist er wieder sehr präsent, dieser Spruch, denn die Zeit ist gekommen: Ich bin für den Köln Marathon angemeldet. Wenn ich weiterhin gesund bleibe, werde ich am 2. Oktober in Köln an der Startlinie stehen und mir einen weiteren Traum erfüllen, nämlich den Marathon in meiner Heimatstadt zu laufen. 

In den letzten Monaten ist es etwas ruhig geworden um meinen Blog. Der letzte Eintrag mit einem Bericht über das Running Camp datiert aus März. Danach habe ich nicht mehr geschrieben, obwohl das Laufen sehr im Vordergrund stand. Ich habe nämlich bereits im April begonnen, mich auf den Herbstmarathon zu fokussieren. Grundlage meiner Vorbereitung ist ein 26 Wochen-Trainingsplan von Carsten Eich, den ich zugegebenermaßen teilweise etwas abwandle, weil ich berufsbedingt unter der Woche ein wenig Schwierigkeiten habe, die Einheiten so zu absolvieren, wie es der Plan vorsieht. Aber die Grundidee des Plans hab ich übernommen: In den ersten 13 Wochen habe ich mich mit dem Aufbau meiner Grundlagenausdauer befasst. Ich habe versucht, regelmäßig Stabi-Einheiten in mein Training einzubauen (was mir zugegebenermaßen nicht immer gelungen ist).

Im Juni habe ich eine Woche Sporturlaub in Portugal gemacht. Die Woche war großartig! Wie cool wäre es, wenn man so wie dort stetig zuhause trainieren könnte: Stabi-Training, Schwimmen, Laufen, relaxen. Es ging mir selten so gut wie in dieser Woche. 
Mit einer großen Portion Motivation bin ich Ende Juni nach Köln zurückgekehrt, um hier mit der engeren Vorbereitung auf den Marathon weiterzumachen.
Und jetzt bin ich mitten in der heißen Phase, die sich langsam dem Ende entgegen neigt. Die Tapering-Phase rückt immer näher. 5 Lange Läufe (zwischen 25 und 28 km) habe ich hinter mir. Für nächsten Sonntag habe ich mir die Teilnahme am Kölner Halbmarathon vorgenommen. Allerdings soll dies weniger ein Wettkampf als ein langer Lauf (vielleicht mit Endbeschleunigung) werden. Auf Testrennen habe ich in den letzten Monaten ganz bewusst verzichtet.

Ich weiß, viele raten dazu, in der Marathonvorbereitung auch an Läufen teilzunehmen, um die eigene Leistung besser einschätzen zu können. Ich habe mich dagegen entschieden, und das hat einen Grund: Testrennen setzen mir ziemlich zu. Selbst wenn ich nicht bis an den Rand der Erschöpfung gehe, sondern ein Rennen als Tempodauerlauf nutze, braucht mein Körper im Anschluss doch eine gewisse Zeit, um auf für mich hohem Niveau weitertrainieren zu können. Mir erschien es in der Vorbereitung auf meinen zweiten Marathon einfach zu viel zu sein, auch noch das eine oder andere 10 km Rennen oder einen Halbmarathon zu laufen. Um dennoch ein wenig Wettkampf-Feeling zu bekommen, nutze ich nächste Woche den Kölner Halbmarathon. Das Gute an dieser Veranstaltung ist, dass ich mich vorher nicht entscheiden muss, ob ich 7 oder 14 km, einen Halbmarathon oder 28 km laufen möchte. Die Strecke besteht aus einer 7 km Runde, und man kann von Runde zu Runde entscheiden, ob man weiterläuft oder aussteigt. 

Wenn ich die nächste Trainingswoche gut überstanden habe, ist es nicht mehr weit. Ich hoffe, dass ich verletzungsfrei bleibe und bis zum Ende gut trainieren kann. Und dann werde ich einfach mal schauen, was am 2. Oktober möglich sein wird. Eine Analyse meiner Trainingseinheiten seit April zeigt, dass ich phasenweise etwas unkonstant trainiert hab. Meine Trainingswochen weisen zum Teil im Kilometerumfang ziemliche Schwankungen auf. Wir werden sehen, wie sich das am Ende aufs Rennen auswirkt. Wer einen Marathon läuft, wird irgendwann auf der Strecke immer kämpfen müssen. Sonst wäre es kein Marathon. Und kämpfen kann ich. Ich werde auf jeden Fall alles geben!
 
 

4 Kommentare:

  1. Ich wünsche dir dass du nicht so viel kämpfen musst sondern eher Spaß hast und es genießen kannst. Und das sich die tolle und lange Vorbereitung auszahlt

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    1. Ich danke Dir! Ich werde ganz sicher Spaß haben. Auch wenn ich vielleicht kämpfen muss, den Spaß am Laufen lasse ich mir so oder so niemals nehmen. Köln hat tolle Zuschauer, die mich sicher anfeuern werden. Ich freue mich schon wahnsinnig auf diese großartige Stimmung am Streckenrand. Die muss man in sich aufsaugen und speichern. Denn jeder Marathon ist und bleibt ein Erlebnis!

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  2. Die Überschrift ist wirklich unglaublich schön! Ich denke auch, dass es ein Gefühl ist, das man als Läufer niemals vergessen darf. Du hast mit all deinem Training doch super Grundlagen gelegt. Das wird schon schiefgehen, auch wenn es ein Kampf wird. Dabei wünsche ich dir ganz viel Erfolg und auch Spaß. Komme gut durch die letzten Tage!

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    1. Ganz herzlichen Dank!
      Ja, ehrlich gesagt, ist mir damals 2014 während meiner Verletzung bewusst geworden, dass die Gesundheit wirklich vorgeht. Für mich wäre die Vorstellung, nie wieder laufen zu können, unerträglich. Und wenn die Zeit in der Folge dann einfach noch nicht reif ist für einen Marathon, dann soll es eben so sein. Das Wichtigste ist doch, dass man das Laufen genießen kann. Und wie man sieht, hat sich das Warten gelohnt, denn jetzt bin ich ja wieder mitten im Marathontraining. Bis zur Tapering-Phase ist es ja gar nicht mehr so lange hin. Ich hoffe, dass mein Körper den Rest des Trainings (und dann natürlich auch das Rennen selbst!) jetzt auch noch gut übersteht. Dann wird es schon schiefgehen... Ich freu mich wahnsinnig auf das Rennen!

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